Ein paar Worte zu... Melanie Raabe - Die Falle

Einen wunderschönen guten Abend, ihr Lieben! 
Pünktlich zum Wochenende gibt es wieder ein paar Worte. Vor knapp zwei Wochen hat Sebastian Fitzek in einem Fernsehbeitrag seine Buchtipps für den Sommerurlaub präsentiert, seitdem lese ich wieder fleißig Thriller. Zwar hat mir Girl On The Train von Paula Hawkins entgegen des  großen Hypes jetzt nicht so gut gefallen, dafür konnte mich Melanie Raabe's Die Falle schon sehr viel mehr überzeugen. Aber zunächst...
Die berühmte Bestsellerautorin Linda Conrads lebt sehr zurückgezogen. Seit elf Jahren hat sie ihr Haus nicht mehr verlassen. Als sie im Fernsehen den Mann zu erkennen glaubt, der vor Jahren ihre Schwester umgebracht hat, versucht sie, ihm eine Falle zu stellen – Köder ist sie selbst. 
Ich bin nach wie vor fasziniert davon, dass es Melanie Raabe gelungen ist, aus einem normalen Haus am Starnberger See ein ganzes Universum zu schaffen. Universum deshalb, da die Protagonistin Laura Conrads, aus ihrer Sicht wird auch erzählt, hat seit 4015 Tagen keinen Schritt mehr vor die Tür gewagt. Laura Conrads verlässt ihr Haus nicht, sie lebt freiwillig in Isolation, noch nicht einmal den häuslichen Garten betritt sie - dieses Stück Freiheit gewährt sie stattdessen ihrem Hund Bukowski. Die Einkäufe werden von einer Haushälterin erledigt, der Arzt macht, wenn denn nötig, Hausbesuche. Der einzige Kontakt nach "draußen" findet über Bücher, Fernsehen oder ihrem Verleger statt. 

Laura Conrads ist aber auch Bestseller-Autorin, jedes ihrer Bücher ein Erfolg. Trotzdem stellt sich alle Welt die Frage, warum diese Frau so zurückgezogen lebt - man mutmaßt über verschiedenste Krankheiten, um dieses Verhalten zu erklären. Niemand weiß, dass Laura Conrads Schwester vor elf Jahren ermordet und auch der Täter nie gefasst wurde. Bis Laura Conrads genau diesen in einer Fernsehsendung zu erkennen glaubt und diese Entdeckung ihr den Antrieb gibt, über sich hinauszuwachsen. 

Alleine die Idee, dass jemand sein Haus einfach nicht mehr verlässt, gefällt mir persönlich richtig gut. Wäre ich selbst in dieser Situation, ich glaube, ich wäre des Wahnsinns nah - ich würde einen Lagerkoller bekommen. Aber Laura Conrads, beziehungsweise Melanie Raabe, beschreiben diese freiwillige Isolation doch recht anschaulich: Man entscheidet einfach, die Wohnung/das Haus für den heutigen Tag nicht zu verlassen. Morgen trifft man dieselbe Entscheidung, und übermorgen auch. Irgendwann wird es zur Gewohnheit, seine Räumlichkeiten nicht mehr zu verlassen und heutzutage ist es ja, wenn wir mal ehrlich sind, nicht mehr zwingend notwendig. Verschiedene Lebensmittelketten liefern dir deine Einkäufe auf Wunsch nach Hause und Hausbesuche macht ein Arzt auch heute noch. Per Mausklick kannst du dich in sekundenschnelle über den Erdball bewegen, dir Informationen einholen und wer was von dir möchte, kann ja auch dich besuchen kommen - zur Not gibt es noch das gute alte Telefon. Dieses Wissen bereitet mir schon fast Unbehagen, weil wir mittlerweile ein so grenzenloses Leben führen, welches uns nichtmal dazu zwingt, das eigene Etablissement zu verlassen. Aber mal ganz abgesehen davon: Ich konnte Laura Conrads nachempfinden, auch dann, wenn sie an ihrem eigenen Verstand zweifelte! Und diese Zweifel sind nicht gerade unberechtigt, immer wieder kommt es zu plausiblen Plot-Twist, die auch mich als Leserin stets in neue Abzweigungen gedrängt haben, welche überdacht werden mussten.

Ebenfalls ein großes Lob von mir für die eingebaute Metaebene "ein Buch im Buch". Die Entdeckung des Mörders ihrer Schwester bringt Laura Conrads dazu, einen neuen Roman zu schreiben; in diesem verarbeitet sie den Mord selbst. Dieses Buch im Buch gibt also noch weitere Informationen zu den Hintergründen und auch über die Figuren selbst preis - und jagten meine Vermutungen zum Täter ins Bockshorn! Solch ein Stilmittel ist jetzt nicht neu, Arno Strobel hat sich in Das Skript auch an der "Buch im Buch"-Methode versucht. Mich konnte es aber damals nicht überzeugen. Umso schöner, dass Melanie Raabe dies geschafft hat! Dennoch habe ich keine fünf Sterne vergeben, denn mir war die Auflösung des Ganzen dann doch zu lasch und schon fast zu plötzlich - auch wenn das Tatmotiv selbst ein Gutes war. Ich hätte mir aber mehr Überwindung seitens der Figuren gewünscht. Denn auch wenn so vieles im Roman so einfach scheint, ist es ja doch ungemein komplex. Mir war es gen Ende einfach zu übereilt, zu spontan und vor allem zu simpel.

Von dieser kleinen negativen Kritik mal abgesehen, war Die Falle von Melanie Raabe aber ein tolles Lesevergnügen für mich, mit einer vollends ausgereiften Protagonistin, die keinesfalls naiv oder gar dämlich daher kommt. Auch der Schreibstil selbst konnte mich überzeugen, subtil und rasant, wie ein guter Thriller eben sein muss. Das Buch war in nur wenigen Tagen durchgelesen! Vier Sterne dafür! 

Hier findet ihr das Buch auf der Verlagsseite, da gibt es übrigens auch eine Leseprobe. Zur offiziellen Homepage von Melanie Raabe geht es hier entlang (sie hat auch einen eigenen Blog!). Und es gibt auch ein lesenswertes Portrait in DIE WELT, falls ihr noch mehr über die Autorin erfahren wollt.

Habt ihr das Buch bereits gelesen? Wie hat es euch gefallen? Lasst auch gerne Links zu euren Rezensionen da! 

Wir lesen uns hier im August wieder, also Sonntag ;-) 
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Ein paar Worte zur... Comic-Signierstunde mit Miguel Angel Sepulveda

Hallöchen ihr Lieben! 
Ich war ja schon bei vielen Signierstunden von vielen Autoren zu einer noch größeren Vielzahl an Büchern. Aber bei einer Comic-Signierstunde war ich noch nie ... bis heute Nachmittag! Der Comic-Zeichner Miguel Angel Sepulveda stattete dem wunderschönen Erfurt einen Besuch ab  und lies sich im "Comic Attack" nieder um einige seiner Werke zu signieren (morgen ist er zum Beispiel im "Comic-Combo" in Leipzig). Dazu zählen zum Beispiel Spider-Man, Red Lanterns aber auch Ant-Man. Letzteres ist ja derzeit vor allem durch die gleichnamige Comic-Verfilmung in aller Munde und nun wurde auch pünktlich zum Kinostart ein weiteres Marvel-Heft veröffentlicht, welches die Vorgeschichte von Ant-Man erzählt - ebenfalls aus der Feder Sepulvedas.

Geht sie jetzt unter die Comic-Fans?, werdet ihr euch nun sicherlich fragen. Naja, so halb. Faszinierend finde ich diese Geschichte rund um den Comic schon immer. Mittlerweile ist das Comic-Fan-Dasein ja sogar richtig hipp. Und nach ausgiebiger Beschäftigung für die Masterarbeit und einem gleichnamigen Schulprojekt (in Kooperation mit eben diesem Comic-Laden, in dem ich heute war!) kann man ja auch mal auf solch eine Signierstunde gehen - die sich im Übrigen fast überhaupt nicht von Signierstunden bei Buch-Autoren unterscheidet! Comic-Fans hyperventilieren und transpirieren gleich stark, wie wir Buchjunkies. Und vielleicht ist das männliche Geschlecht auch etwas stärker vertreten, wobei das ja je nach Buch-Genre ebenfalls zu beobachten ist.
Aber kommen wir nochmal auf das Wörtchen "fast" zurück: Miguel Sepulveda hat nicht nur Comics signiert, er hat auf Wunsch auch gezeichnet - und das ist ja schon fast sehr viel cooler, als nur ein Signum (auch wenn dadurch natürlich der Wert eines Comics, oder generell der Buchwert steigt). Und es ging so unfassbar schnell. Gut, der Kerl macht das auch jeden Tag zig Stunden, aber ich gebe Brief und Siegel darauf, dass ich Wochen für solch coole Zeichnungen bräuchte:
Was würde ich darum geben, wenn mir Sebastian Fitzek auf einer Lesung mal eben einen Kurzthriller schreiben würde,... eine sensationelle Idee, wie ich finde. 
Aber lassen wir das, denn nun habe ich eine eigene geniale Thor-Zeichnung von einem internationalen Comic-Zeichner plus Autogramm - ich bin begeistert (und brauche nun dringend einen geeigneten Rahmen)! 

Was haltet ihr von Comics? Yay or nay? Schreibt es mir doch in die Kommentare!

Ich wünsche euch noch eine schöne Restwoche, wir lesen uns hier am Freitag wieder :-) 

*alle Bilder sind mit der Nikon Coolpix S6400 entstanden!
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Gemeinsam lesen #29: Florian Herb - Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg

Hallöchen ihr Lieben! 
Neues Jahr, neue Challenges und Projekte - heute nehme ich zum 29. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil.  Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen! 

Und nun zu den Fragen für diese Woche: 
1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese gerade Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg von Florian Herb (Ullstein-Buchverlage) und bin aktuell, weil es ein eBook ist, bei 13%. 


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Beinahe wäre Alvaro in eine kleine frühnachmittägliche Trance gefallen, wäre da nicht ein zaghaftes Klopfen an der Beifahrerscheibe gewesen, das ihn zurück in die Realität holte."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Titel und Cover sind herzallerliebst, findet ihr nicht auch?! Bei Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das Buch ist erst kürzlich erschienen, nämlich am 10. Juli. Die Möglichkeit, dieses zu lesen und dann zu rezensieren ergab sich schon vor einer Weile, seit gestern befindet sich das eBook nun auf meinem Tolino und ich freue mich sehr, dass ich in den kommenden Tagen gedanklich nach Andalusien reisen darf! Bei dem Buch handelt es sich übrigens um eine kleine Komödie, definitiv Pro Multikulti, aber auch um einen Omi-Roadtrip und um all das, was uns im Leben wirklich glücklich macht - Omi's und Spanien, besser geht es nicht :-)

4. Wie macht ihr es wenn ihr 10 Bücher habt, und euch einfach nicht entscheiden könnt, was euer nächstes Buch wird?
Meist kann ich mich da doch sehr klar entscheiden, welches mein nächstes Buch wird. Ich entscheide dann nach Bauchgefühl und wähle das Buch, zu dem es mich am ehesten hinzieht. Ab und an kaufe ich mir dann auch einfach ein neues, oder leihe mir etwas ansprechendes aus der Onleihe. Wow, so kurz habe ich die Frage Vier noch nie beantwortet, scheint mir. Ahhhhh,... das lässt mich jetzt irgendwie missmutig zurück. Lasst uns über irgendwas sprechen! Was macht euch im Leben tatsächlich glücklich? Wohin geht/ging der Sommerurlaub? Oder was würdet ihr tun, wenn ihr plötzlich im Lotto gewinnen würdet? Ich will das hier so nicht stehen lassen, ich will Gespräche, haha!

Und darüber hinaus: Was wird bei euch gerade gelesen? Schreibt es mir in die Kommentare! 

Ich wünsche Euch einen wahnsinnig schönen Tag, 

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Oberhof - Impressionen (wandern & Berge erklimmen)


Einen wunderschönen Sonntag wünsche ich euch, ihr Lieben! 
Es ist gefühlt schon x-Jahre her, dass ich einen Impressions-Post veröffentlicht habe. Ich glaube, der letzte war dieser über die Leipziger Buchmesse 2015. Aber das war ja weniger städtisch/ländlich angelegt. Letzte Woche ergab sich nämlich ein Trip nach Oberhof, das ist ein Örtchen in Südthüringen. Die Sportfanatiker (gibt es die unter meinen Lesern?) wissen es bestimmt schon: Oberhof ist vor allem wegen der Biathlon-Saison im Winter so bekannt, die finden nämlich immer dort statt, aber auch Skilanglauf und Bobsport sowie Rennrodeln ist hier ziemlich angesagt. Aber Oberhof ist ebenso ein Ferienort und hat zudem den Titel des Naherholungsorts inne. Hier kann man nämlich ganz wunderbar durch den Rennsteig einige Bereiche des Thüringer Walds bewandern und sogar Berge besteigen. Zum Beispiel den zweithöchsten Berg in Thüringen, namens Schneekopf. Seine noch im Frühling schneebedeckte Spitze hat ihm diesen Namen gegeben. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das natürlich nicht mehr so. Die Bilder beweisen es:
Noch nicht ganz der Schneekopf, aber eine erste Aussichtsplattform! Ein Blick vom Simmerberg.
Jetzt aber: Der Schneekopf, ganz ohne schneebedeckten Kopf, dafür aber mit einer Hammeraussicht:
Eigentlich war der Wanderweg zum Schneekopf gar nicht vorgesehen, weil dieser zu den schwersten und längsten Wanderwegen gehört, die der thüringische Kammweg hergibt. Aber wo bleibt denn da sonst die Herausforderung? Also hoch da, der Ausblick lohnt - und die Eindrücke unterwegs natürlich auch! Und der Bewegung schadet es halt auch nicht :-) 
Der nächste Impressionspost erfolgt im August, da wird es auch wieder etwas städtischer, denn es geht nach Dresden, whoop! Und wer nicht solange warten mag, kann sich ja derzeit durch meine anderen Impressions-Posts klicken. Für Berge und Seen bitte hier entlang, und wer Städte lieber mag: kennst du eigentlich schon Bremen 

*alle Bilder sind mit der Nikon Coolpix S6400 entstanden

Ich wünsche euch einen fantastischen Restsonntag, wir lesen uns hier am Dienstag wieder!

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Ein paar Worte zu ... Paula Hawkins - Girl On The Train

Hallöchen ihr Lieben!
Und schon wieder soll es ein paar Worte geben, diesmal zu einem derzeit sehr gehypten Thriller: Girl On The Train von Paula Hawkins aus dem Hause blanvalet. Mir scheint, fast jeder würde dieses Buch gerade lesen, beziehungsweise hat es bereits getan. Und wenn schon ein Sebastian Fitzek sagt, dass Girl On The Train ein lesenswerter Thriller sei, dann muss da doch was dran sein oder? Aber erstmal...
Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht. Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse ...
(via randomhouse
Ich hatte ja zu Beginn des Lesens keine sehr hohen Erwartungen an die Geschichte. Ich habe erst ein gigantisch-gutes Buch beendet und wollte etwas leichtes, um mich wieder zu sortieren und das habe ich bei Girl On The Train auch bekommen.  Aber so richtig vom Hocker gerissen hat mich dieses Buch nun auch nicht. 

Die Geschichte wird zu Beginn aus der Perspektive der Rachel erzählt. Rachel fährt jeden Morgen mit dem Zug in die Londoner Innenstadt und abends wieder zurück. Somit gibt es immer morgendliche Beschreibungen und abendliche. Rachel beobachtet ihre Umgebung ganz genau, auf den verschiedenen Haltestationen, weiß sie immer, was sie erwarten wird. Zum Beispiel kann sie immer in den Garten dieses einen Pärchen schauen - Jess und Jason, wie Rachel sie tauft - die nicht unweit von dem Haus wohnen, welches sie sich einst mit ihrem Ex-Ehemann teilte.  Doch das ist schon eine ganze Weile her, Rachel hat die Trennung aber nach wie vor nicht verarbeiten können. Schlimmer noch, sie flüchtet sich regelmäßig in den Alkohol. Als sie dann diese schockierende Beobachtung macht und  "Jess" auch noch verschwindet, wendet sie sich an die örtliche Polizei. Doch die glaubt ihr kein Wort und erklärt sie als nicht zuverlässige Zeugin. Aber Rachel lässt nicht locker und verstrickt sich dabei tatsächlich in ungünstige Situationen. 

Prinzipiell ist die Plotidee recht gut angelegt, der Schreibstil sehr flüssig und durch die große Schriftgröße lesen sich 448 Buchseiten auch sehr leicht weg. Paula Hawkins setzt auf Psychospielchen, die den Leser an seinen eigenen Mutmaßungen zweifeln lassen. Bis zum Ende hin, hatte auch ich keine Ahnung, wer denn nun der Bösewicht ist. Und trotzdem hat mich die Auflösung des Rätsels nun auch nicht sonderlich überrascht zurückgelassen.

Darüber hinaus haben mich die Frauen im Buch selbst einfach genervt. Rachel, die Alkoholikerin, welche ständig nur wirres Zeugs redet, sich stets wiederholt und sich an so viele wichtige Details nicht erinnern kann - und sich deshalb stets im Selbstmitleid ersäuft und in der nächsten Sekunde wieder stalker-gleich auftritt. Dann Megan (beziehungsweise "Jess"), die nun auch nicht die hellste Kerze auf der Torte zu sein scheint ... naja und Anna, die war tatsächlich die nächste Rachel 2.0, nur ohne Alkoholeskapaden. Auch aus den Perspektiven der beiden letzten genannten Frauen wird erzählt, ebenfalls im morgens/abends-Rhythmus. Bei Megan überdies zeitlich versetzt, ihre Erzählungen spielen prinzipiell noch vor Rachels Erzählungen. Das hat mich zuerst etwas verwirrt, ergibt aber bei der Lektüre selbst durchaus Sinn. Trotzdem dachte ich mir bei so vielen Textstellen:"Man, ist/sind die blöd!" Ich mag es prinzipiell nicht, wenn Frauen so dargestellt werden, wie es in Girl On The Train der Fall ist - naiv und einfältig. Daher konnte ich auch die Handlungsbereitschaften nur wenig nachvollziehen.

Positiv zu vermerken ist aber, dass die Grundsituation eine alltägliche ist. Wie oft fahren wir mit dem Auto, mit der Bahn, mit dem Bus, mit dem Fahrrad oder eben mit dem Zug und beobachten? Beobachten Passanten oder einen anderen Fahrgast, der uns gegenüber sitzt oder hören Unterhaltungen ungewollt zu? Was würdest Du tun, wenn du in Rachels Schuhen stecken würdest, würdest du hinsehen oder wegschauen? Girl On The Train lässt es zu, dass sich der Leser oder die Leserin in die Hauptfiguren hinein versetzen kann, ohne dabei von oben herab zu erzählen. Es gibt keinen allgegenwärtigen Erzähler, der schon weiß, was geschehen ist. Deshalb macht es das Buch wahrscheinlich auch so "spannend", denn bei all der Kopfschüttelei wollte ich ja auch wissen, wie die Auflösung lautet.

Ich habe Girl On The Train von Paula Hawkins letztlich mit 3 von 5 Sternen bewertet. Es sollte mich nach dem Klopper-Buch vorher gut unterhalten, und das hat es letztlich auch - innerhalb von drei Tagen war das Buch durchgelesen. Es war kein schlechtes Buch, aber es hat mich auch nicht sonderlich überrascht. Mir hat letztlich einfach die Komplexität gefehlt, die ich bei vielen anderen Thrillern so liebe. Girl On The Train kann man mal lesen, es ist nun aber meiner Meinung nach kein absolutes Must-Read. Da kenne ich Thriller, die sehr viel schweißtreibender sind und auch mit der Verwirrung des eigenen Geistes spielen, so zum Beispiel S. J. Watson's Ich. Darf. Nicht. Schlafen. :-)


Hier findet ihr das Buch auf der Verlagsseite und hier geht es zur offiziellen Homepage der Autorin


Habt ihr das Buch bereits gelesen? Wie hat es euch gefallen? Lasst gern auch einen Link zu euren Rezensionen da!

Ich wünsche euch einen guten Start ins Wochenende, wir lesen uns hier am Sonntag wieder!

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Ein paar Worte zu... Justin Cronin - Der Übergang (The Passage #1)


Hallöchen ihr Lieben! 
Heute folgt endlich die Rezension zu Der Übergang von Justin Cronin. Vorab dazu: Das Taschenbuch habe ich mir selbst zugelegt, die eBook-Version hingegen habe ich vom Goldmann-Verlag als Leseexemplar bekommen. Dies hat den Hintergrund, dass ich mittlerweile ziemlich viele Bücher parallel auch auf dem Tolino lese, zum Beispiel abends oder wenn ich unterwegs bin, da ist es mit dem eReader meist einfach praktischer. Daher vielen lieben Dank an den Verlag für die Bereitstellung des eBooks! Und nun ... 
Das Mädchen Amy ist gerade einmal sechs Jahre alt, als es von zwei FBI -Agenten entführt und auf ein geheimes medizinisches Versuchsgelände verschleppt wird. Man hat lange nach Amy gesucht: der optimalen Versuchsperson für ein mysteriöses Experiment, das nichts Geringeres zum Ziel hat, als Menschen unsterblich zu machen. Doch dann geht irgendetwas schief – völlig schief. Von einem Tag auf den anderen rast die Welt dem Untergang entgegen. Und nur eine kann die Menschheit vielleicht noch retten: Amy Harper Bellafonte. 
Der Übergang ist der Auftakt eines Dystopie-Epos in ungeahnter Größe - nicht nur was die vielen Seitenzahlen betrifft. Daher fällt es auch sichtlich schwer, eine Rezension zu verfassen, die den Gedanken, Ideen und Schreibkünsten des Autors Justin Cronin in irgendeiner Weise gerecht werden. Ich will es dennoch versuchen... Warum wollte ich das Buch eigentlich lesen? Vielleicht weil ich mich in diesem ganzen Endzeit-/Sci-Fi-Genre immer wohler fühle und weil ja nun fast jeder, der sich häufig in diesem Genre bewegt, dieses Buch gelesen hat - und es einfach lobt. Ich hatte dennoch bedenken, vor allem weil das Buch ein ganz schöner Klopper ist, mir fällt es eigentlich sehr schwer, mich längerfristig auf eine Geschichte einzulassen. Was ist, wenn mich das Buch nach einer etwas längeren Lesezeit anödet? Naja, und das Coverbild selbst fand ich auch echt gruselig, aber als das Buch dann hier war, und ich nicht mehr allein in der Wohnung, war ich nicht mehr zu halten. Und es war gut, so gut! 

Der Übergang beginnt mit Amy's Geschichte: Woher sie kommt, was sie zu dem Kind machte, was sie letztlich war, bis zum Tag X, als ihr ein Virus injiziert wird und die Welt nicht mehr dieselbe ist. Dies ist eigentlich nur eine grobe Zusammenfassung all dessen, was auf nur 300 Seiten geschieht, eigentlich geschieht noch sehr viel mehr. Beim Lesen hat es sich aber teilweise so angefühlt, als würde ich mir einen rasanten Thriller anschauen, in dem Schlag auf Schlag etwas passiert, dass dich innerlich zusammen zucken lässt. Dann macht die Handlung einen abrupten, aber sinnigen Cut: Das Jahr Null, in dem es keine Kontrolle mehr gibt und...
"Als alle Zeit zu Ende und jede Erinnerung gelöscht war; als der Mann, der er gewesen war, außer Sicht war wie ein davonsegelndes Schiff, das hinter der Krümmung der Erde verschwand und sein altes Leben im Laderaum mit sich nahm; als die kreisenden Sterne auf nichts herabschauten und der Mond auf seiner Bahn seinen Namen nicht mehr wusste und nichts mehr übrig war als das große Meer des Hungers, auf dem er für alle Zeit dahintrieb - da war noch immer in seinem tiefsten Innern dies: ein Jahr." (S. 295)
... um wenig später noch einen weiteren Cut folgen zu lassen, zum Jahr 92 n. V. - 92 Jahre nach dem Ausbruch der Virals. Denn es gibt Überlebende und es gibt noch immer Amy, die der Schlüssel für des Rätsels Lösung zu sein scheint und Wenige zum Übergang geleitet. Wer denkt, es wäre auf den ersten 300 Seiten nicht schon nervenzerreißend spannend gewesen, weiß nicht, wie nervenaufreibend es auf den letzten 700 Seiten zugeht. Vor allem immer in Hinblick darauf, dass es ja auch noch einen Fortsetzer-Band geben wird, und noch einen finalen Teil! Was kann denn da noch alles passieren? Was hat sich Justin Cronin noch alles erdacht? Es hat mich beinahe wahnsinnig gemacht - ich war schon lange nicht mehr so emotional bei einem Buch dabei, wie bei eben diesem (siehe auch Lesestatus-Verlauf via goodreads links). Wenigen negativen Kritiken, die äußern, es gäbe unnötige Längen, kann ich eindeutig widersprechen. Jede Seite ist immanent wichtig in diesem Roman. 

Was mir besonders gut gefallen hat, was für mich geradezu herausragend war, sind die vielen Beschreibungen. Diese lesen sich, aus dem Zusammenhang gerissen, jetzt vielleicht nicht besonders spektakulär, aber in der Lesesituation selbst hat es mich aus den Socken gehauen. Das sind Sätze dabei, die könnte ich mir immer und immer wieder durchlesen, weil sie einerseits so einfach und andererseits auch wieder so komplex sind. Hochachtung deshalb auch vor dem Übersetzer Rainer Schmidt!
"(...) die ganze Vorstellung von Zeit. Sie war keine Linie, sondern ein Kreis, und nicht einmal das: Sie war ein Kreis, der aus Kreisen bestand, die aus Kreisen bestanden, und jeder lag über dem andern, sodass jeder Augenblick mit anderen verbunden war; alles geschah zugleich." (S. 269)
Ebenso bewundernswert ist auch die Idee zur Geschichte selbst, die endlichendlichendlich bis ins Unendliche vollends ausgeschöpft wird! Und auch hier wieder meine Hochachtung vor diesem Gedankenkonstrukt Cronins: wie kommt denn ein einzelner Mensch auf sowas? Wie schafft er es, so ein großartiges Konstrukt zu erschaffen? Einerseits so komplex und dann auch wieder nicht. Dabei kommt er prinzipiell ohne viel Mord und Totschlag aus. Wer also Angst hat, Gewalt würde hier vorherrschen. Nö, massenhaftes Ausschlachten braucht Cronin irgendwie nicht. Das Kind wird ganz klar beim Namen benannt, aber ich persönlich hatte keinen einzigen Ekelmoment, wie man das aus so vielen anderen blutigen Thrillern kennt. 

Dennoch: für Der Übergang braucht man Zeit! Ich habe mich aufgrund dessen, dass eben so viel Schlag auf Schlag passiert, kaum in der Lage gefühlt, mehr als 100 Seiten zu lesen, selbst wenn ich gewollt hätte - ich musste mich danach auch immer selbst ein bisschen sortieren. Gewollt hätte auch, weil Cronin zwischen einzelnen Kapiteln selbst Cliffhanger und Perspektivwechsel einbaut, die einen schier wahnsinnig machen. Ich will als Leser natürlich wissen, was in der Situation passiert, es lässt mich aber auch nicht kalt, was andernorts geschieht. Deshalb war nach nur weniger Zeit war schon der Punkt erreicht, dass ich nicht wollte, dass die Geschichte nur so an mir vorbeizieht, ich musste mich beim Lesen durchaus ein wenig bremsen. Und auch der Montag, an dem ich mal eben die restlichen 200 Seiten am Stück gelesen habe, hätte ich mir das noch Zulesende eigentlich doch lieber aufgeteilt.  Ich wollte diese Zeit mit dem Buch. 

Und Justin Cronin schafft es, bei all diesen Geschehnissen am Ende des Buches auch noch einen Cliffhanger einzubauen! Daher freue ich mich schon auf Die Zwölf, den zweiten Band dieser Trilogie, und bin in freudiger Erwartung, was Cronin sich da alles erdacht hat. Die Meinungen hierzu sind bisher nur positiv an mich herangetreten. Ein Urteil, was ja bei einem zweiten Band, der auch mal eben so 850 Seiten dick ist, meist nicht immer so positiv ausfällt. 

Ich könnte noch so viel mehr dazu schreiben, aber das würde den Rahmen einer normalen Rezension sprengen (wahrscheinlich sprengt alles Geschriebene jetzt schon), denn ausnahmsweise braucht es für 1040 Seiten mal ein wenig mehr Worte. Aber noch mehr würde sich dann womöglich keiner mehr durchlesen, und ich will euch ja eine absolute Lesempfehlung für Der Übergang aussprechen, also: ABSOLUTE LESEEMPFEHLUNG für all jene, die sich im Endzeit-Genre mehr als nur Zuhause fühlen und mal eine erwachsene Version des Ganzen lesen wollen. Eine Leseempfehlung für all jene, die auf tolles word-building stehen. Eine Leseempfehlung für all jene, die The Walking Dead mochten, und auf blutige Massaker verzichten können, bzw. sowieso nicht auf solches Stilmittel stehen.  Eine Leseempfehlung für all jene, die Liebesgeschichten als Aufhänger satt haben ... 

Ich habe dem Buch Der Übergang von Justin Cronin aus dem Goldmann Verlag insgesamt 5 von 5 Sternen gegeben und weiß jetzt schon, dass es definitiv eins meiner absoluten Jahreshighlights ist. Wenn nicht sogar ein Buch meiner Lebenslesehighlights.

Hier könnt ihr euch beispielsweise den Buchtrailer zu Der Übergang ansehen, und hier geht es zur Verlagsseite. Justin Cronin selbst hat auch eine Facebook-Fanpage. Auch da lohnt sich ein "Gefällt mir", denn Cronin ließ kürzlich erst auf FB verlauten, dass das Warten auf den finalen Band der The Passage-Trilogie nächstes Jahr, also 2016, endlich ein Ende hat. Bei amazon steht zwar, es würde erst gen Ende nächsten Jahres veröffentlicht werden, aber Cronin schrieb, dies sei nur ein Richtlinien-Termin, tatsächlich würde das Buch sehr viel früher erscheinen, auch in Deutschland. WUHU! 

Ich wünsche euch noch eine tolle Woche, wir lesen uns hier am Freitag wieder!

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Gemeinsam lesen #28: Paula Hawkins - Girl On The Train

Hallöchen ihr Lieben! 
Neues Jahr, neue Challenges und Projekte - heute nehme ich zum 28. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil.  Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen! 

Und nun zu den Fragen für diese Woche: 
1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese gerade das vielgelesene Buch Girl On The Train von Paula Hawkins und bin aktuell auf Seite 32. 


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Ich höre den Zug kommen."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Ob ihr es glaubt oder nicht, heute kann ich tatsächlich mal mit einem neuen Buch auffahren: Ich habe gestern Der Übergang von Justin Cronin beendet, deshalb kam auch Sonntag kein neuer Post. Denn ich hatte eigentlich gedacht, ich würde es schon Samstag/Sonntag schaffen das Buch zu beenden, aber dann war ich doch unverhofft länger unterwegs und so wurde da nichts drauß. Dafür kommt die Rezension dazu nun am Mittwoch :-)
Zu Girl On The Train kann ich sagen, dass ich das ja eigentlich nur lese, weil Sebastian Fitzek genau dieses Buch letzte Woche Mittwoch beim Sat1-Frühstücksfernsehen in die Kamera gehalten hat (das war auch der einzig sinnvolle Beitrag in diesem Affentheater, sorry not so sorry). Naja, und die Lieblingsmitbewohnerin hatte das Buch schon im Regal stehen, also habe ich es mir nun ausgeliehen. Gleichzeitig sorgt das dann auch nochmal für ein wenig Abwechslung, bevor ich Die Zwölf, der zweite Band der The Passage-Trilogie, von Justin Cronin hinterher schiebe. Und für die Augen ist es auch eine Wohltat: die Schrift ist ja mal sowas von überdimensional groß, haha. Vom Buch selbst erwarte ich mir jetzt nicht ganz so viel, es soll mich gut unterhalten. Aber die Geschichte lässt sich (womöglich weil die Schrift auch so groß ist) sehr zügig lesen. Übrigens: Wer den Beitrag mit Sebastian Fitzek im Frühstücksfernsehen verpasst hat, kann seine Buchempfehlungen hier noch einmal nachlesen.


4. Plant ihr euren Lesemonat (oder z.b. Lesesommer) und erreicht ihr eure Ziele dann auch, oder lest ihr immer das, worauf ihr gerade Lust habt?
Mal so mal so. Es gab nun streckenweise Phasen, da habe ich sehr wohl ein To Be Read (TBR) für jeden Monat geplant, aber dann habe ich diese Leselisten nicht mehr eingehalten und das gelesen, wozu ich eben in diesem Moment Lust hatte. Für diesen Monat hat mein TBR ausnahmsweise mal geklappt, denn ich habe mir auch nur Der Übergang von Justin Cronin vorgenommen. Eigentlich ist das Prinzip dieser Leselisten ja auch total cool, andererseits birgt es eben die Gefahr stark einzuschränken, weil man stets denkt: Ich muss noch das Buch und das Buch von meiner Leseliste lesen. Wenn man dann am Monatsende ein Fazit macht, welche Bücher man von der Leseliste geschafft hat, und dieses Fazit geht eher gen Null, kann das wirklich frustrierend sein - zumindest empfand ich es so. Ich hatte mal überlegt, ob ich mir nicht, ähnlich wie Agathe Knoblauch (Booktuberin), eine SuB-Losung überlege. Das heißt, ich werfe alle meine SuB-Bücher in einen Topf und ziehe dann jeden Monat wenigstens ein Buch, damit auch mal sogenannte SuB-Leichen gelesen werden. Aber auch dieses Vorhaben könnte wenig förderlich sein, wenn man sich einfach nicht zu dem Buch hingezogen fühlt. Saisonale Leselisten plane ich aber nie, mich würden z.B. auch ausschließlich nur Sommerbücher im Sommer langweilen.  Gerade lese ich beispielsweise ganz konträr zum schönen Wetter: Endzeitromane und mind thrill-Bücher sind zum jetzigen Zeitpunkt  eher Meins, vor allem wenn es in der jeweiligen Geschichte besonders düster zugeht.


Wie ist das bei euch? Plant ihr Lesevorhaben? Und was wird bei euch gerade gelesen? Schreibt es mir in die Kommentare! 

Ich wünsche Euch einen wahnsinnig schönen Tag, 

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Halbzeit - goodreads 2015 Reading Challenge

Hallöchen ihr Lieben! 
Wie schon im letzten Jahr soll es auch diesmal wieder einen Halbzeit-Post zu meiner Reading Challenge 2015 auf goodreads geben. Die goodreads Reading Challenge (hier kommt ihr zu meinem goodreads-Profil) ist eine der Lesemarathons (liest sich total komisch, das ist aber tatsächlich der Plural von Marathon, haha), die ich schon seit vier Jahren konsequent mitmache. Bisher habe ich meine Lesevorhaben immer erfüllt und meist sogar mehr gelesen, als ich mir vorgenommen hatte. In diesem Jahr möchte ich es schaffen, 52 Bücher zu lesen, also pro Woche ein Buch. goodreads war so nett und hat mich anfang der Woche daran erinnert, dass wir schon Halbzeit schreiben, wuhu! Also werfen wir einen Blick zurück...
In den letzten sechs Monaten habe ich insgesamt 27 Bücher gelesen, das waren stolze 8064 Seiten. Auf 181 Tage runtergerechnet beläuft sich das also auf etwa 45 gelesene Seiten pro Tag. Auch interessant ist die durchschnittliche Seitenzahl meiner Bücher, da liege ich nämlich bei knapp 300 Seiten. Mal schauen, ob sich das zum Ende des Jahres hin ändert, da ich gerade im "Dicke Wälzer"-Lesefieber bin. Eine Durchnittsbewertung von 3,77 Sternen kann sich ja auch sehen lassen, denn Flops gab es unter den bisher gelesenen Büchern gottseidank kaum. Ich hoffe, das bleibt auch weiterhin so.
Und was habe ich überhaupt gelesen? Hier seht ihr nochmal die genaue Auflistung meines virtuellen Buchregals! Und ja, es gibt da durchaus einen großen Unterschied zwischen dieser Auflistung hier und meinem Titelbild für diesen Beitrag. Nur die Hälfte meiner gelesenen Bücher stehen auch tatsächlich in meinem physischen Buchregal. Alles andere sind gekaufte, beziehungsweise geliehene eBooks. Gen Ende letzten Jahres durfte das Tolino Tab '7 (was das so kann, kannst du hier nachlesen) bei mir einziehen. Mittlerweile kann ich für mich schon sagen, dass sich mein Leseverhalten sehr stark verändert hat - zum Positiven natürlich. Ich lese noch mehr als sonst, denn Tolino passt überall rein und kommt auch überall mit hin. Das heißt jetzt nicht, dass mein Tolino jemals die tatsächlichen Bücher, das Gefühl von Seiten, den Geruch usw. ablösen könnte - niemals. Dafür liebe ich echte Bücher auch zu sehr, aber ich liebe auch die Onleihe-App und das immense eBook-Angebot dort. Und ich mag auch das Prinzip des Ausleihens. Die Onleihe kann den Gang in die Bibliothek natürlich auch nicht ersetzen, aber es ist durchaus eine bequeme Alternative. Und selbst wenn ich es wollte, ich kann einfach nicht jedes Buch bei mir im tatsächlichen Buchregal stehen haben. Da müsste ich schneller eine eigene Bibliothek anmieten, als mir lieb wäre. 

Dass die Statistik übrigens so gut aussieht, habe ich auch alleine den eShorts aus dem bittersweet-Programm vom Carlsen-Verlag zu verdanken, denn zu Beginn des Jahres steckte ich mitten im Schreiben meiner Masterarbeit. Viel lesen war da eher ausgeschlossen, lediglich die wenigen Seiten der eShorts wurden geschmöckert. Daher zähle ich sie auch als gelesene Bücher mit in die Statistik rein.  
Ab März ging es dann aber endlich wieder buchig zu und da jagte durchaus das ein oder andere Buchhighlight. Ich habe vor allem sehr viele 4-Sterne Bücher gelesen, immerhin fünf 5-Sterne-Bücher, fünf durchschnittlich gute Bücher und drei so lala-Bücher. Vom Genre her, sind sehr viele Jugendbücher und Dystopien vertreten und das dickste Buch war übrigens Red Rising von Pierce Brown mit 561 Seiten. 

Ich bin mit meiner diesjährigen Halbzeit-Statistik mehr als zufrieden, auch wenn ich natürlich weiß, dass es da draußen Menschen gibt, die bisher noch vielvielviel mehr Bücher gelesen haben (Jasmin, 71 Bücher ... ich ziehe meinen Hut vor dir!). Andererseits liest der durchschnittliche deutsche Bürger nur ein Buch pro Jahr. Da bin doch mit 27 Büchern bisher sehr gut dabei, oder? Generell hoffe ich aber noch auf das ein oder andere Lesehighlight, welches ich dann mit 5 Sternen bewerten darf. Ein Buch, was mich emotional so mitreißt und umhaut und sprachlos macht. Vielleicht schafft das ja meine aktuelle Lektüre, oder all die anderen Bücher, die ich dieses Jahr noch lesen will!

Macht ihr eigentlich bei der goodreads-Reading Challenge 2015 mit? Wie läuft es bei euch? Was macht euer Leseziel, was habt ihr euch vorgenommen und bisher erreicht? Schreibt es mir in die Kommentare! 

Wir lesen uns am Sonntag wieder, bis dahin wünsche ich euch ein fantastisch-schönes Wochenende, 
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Gemeinsam lesen #27

Hallöchen ihr Lieben! 
Neues Jahr, neue Challenges und Projekte - heute nehme ich zum 27. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil.  Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen! 

Und nun zu den Fragen für diese Woche: 
1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese noch an meinem Monatsprojekt Der Übergang von Justin Croning und bin aktuell auf Seite 572, die 50% habe ich also schon geknackt, wuhu!


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Sanjay Patal wollte Old Chou aufsuchen."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)
Selbst wenn ich das Buch noch nicht ausgelesen habe, weiß ich schon jetzt nicht, wie ich auch nur annähernd eine so gute Rezension schreiben soll, die alles, was das Buch ausmacht in irgendeiner Form zum Ausdruck bringt. Es ist schon so viel auf 500 Seiten passiert, ich kann mir gar nicht vorstellen, was auf den restlichen 400 Seiten noch passieren soll. Überdies ist das ja nur der Anfang! Der zweite Band Die Zwölf ist bereits veröffentlicht, aber auch hier sind es etwa 850 Seiten Nervenkitzel, die auf mich warten und in denen auch noch so viel passieren kann - das ist wahrhaftig zu viel für mich, haha. So aufgeregt war ich zuletzt bei den Folgen von The Walking Dead. Mal abgesehen von der ganzen Aufregung, habe ich mich letzte Woche dann noch an einigen Formulierungen erfreut, zum Beispiel diese hier: 
"(...) die ganze Vorstellung von Zeit. Sie war keine Linie, sondern ein Kreis, und nicht einmal das: Sie war ein Kreis, der aus Kreisen bestand, die aus Kreisen bestanden, und jeder lag über dem andern, sodass jeder Augenblick mit anderen verbunden war; alles geschah zugleich." (S. 269)
Je nach dem, was die letzten 400 Seiten noch für mich bereit halten, kann ich nicht garantieren, dass ich Die Zwölf nicht direkt im Anschluss lesen werde. Immer wenn ich Hugendubel betrete, liebäugel ich bereits mit dem zweiten Band und bei der Onleihe habe ich ihn auch schon vorgemerkt (ich lese immer abwechselnd im Buch oder mit dem Tolino). 

4. Hast du schon mal ein Buch gelesen, dass du eigentlich nie lesen wolltest? (nicht dein Genre, Klappentext spricht dich nicht an), es dann aber doch getan hast, weil "jeder" so begeistert von diesem Buch war?
Twilight, Die Bestimmung, Shades of Grey,... ich habe sie alle durch. Und ich war nie begeistert. Aber man möchte ja einfach mitreden können, vor allem wenn man sich in der Buchwelt bewegt - zumindest geht es mir so. Ich kann ja schlecht vorab über ein Buch oder eine Buchreihe urteilen, wenn ich es oder sie nicht gelesen habe. Allerdings bin ich mittlerweile doch schon so weit, dass ich nicht mehr jeden Trend mitmache, vor allem was die NA-Bücher angeht. Da ist mir mein Buchgeld auch einfach viel zu schade drum. 

Aber um nochmal ein anderes Thema anzusprechen: ich habe das Gefühl, als hätte ich diese oder so ähnliche Fragen schon sehr, sehr häufig so oder so ähnlich beantwortet - ergeht es euch genauso? Dabei sind bei der Fragenauswahl so tolle Vorschläge aufgelistet, die nicht immer das 08/15-Empfinden eines Lesers abfragen. Auf der Gemeinsam lesen-Seite steht aber auch nirgends, ob man für Frage 4 voten kann? Ich würde mir jedenfalls mal wieder mehr Abwechslung bei Frage 4 wünschen, vor allem weil es ja genügend originelle Vorschläge gibt, daran kann es also nicht liegen ;)



Wie ist das bei euch? Welche Bücher habt ihr nur wegen ihres Hypes gelesen? Und was wird bei euch gerade gelesen? Schreibt es mir in die Kommentare! 

Ich wünsche Euch einen wahnsinnig schönen Tag, 

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Open Book - Die etwas andere Telefonzelle



Hallöchen ihr Lieben! 
Seid ihr eigentlich schon mit dem Begriff "offener Bücherschrank" vertraut, zum Beispiel in Form einer Telefonzelle? Nein? Dann möchte ich euch heute solch ein soziales Projekt aus Erfurt vorstellen, welches aber mittlerweile bundesweit über 90 Mal in selber oder ähnlicher Form vertreten ist - vielleicht ja sogar in deiner Nähe (eine Liste dazu findest du weiter unten). Doch was ist eigentlich mit offener Bücherschrank gemeint? Die Idee funktioniert nach dem Prinzip: Ein Buch geben, ein Buch nehmen. Du hast Bücher, die du ausgelesen hast oder die du entbehren möchtest? Dann kannst du sie ohne großen Aufwand zu einer dieser offenen Bücherschränke bringen, und spenden. Als "Dankeschön" darfst du dir aus der hiesigen Menge (die Genre sind dabei sehr vielfältig) ebenfalls dagelassener Bücher, neue aussuchen und sie sogar behalten. Es handelt sich hierbei also um einen Büchertausch oder aber um ein vereinfachtes Bookcrossing - ganz wie du es eben sehen möchtest. 
Die "offenen Bücherschränke" treten in unterschiedlichen Formen in Erscheinung: Holzregale, Vitrinen, tatsächliche Bücherschränke, Teefonzellen ... ja, sogar Kühlschränke werden für dieses Gemeinschaftsprojekt umgemodelt. Aber auch Mini-Wohnwägen sind dabei. Natürlich müssen diese Räumlichkeiten aber erst wetterfest gemacht werden, sonst wird aus Büchertausch ziemlich schnell Büchermatsch. In Erfurt wurde eine in die Jahre gekommene Telefonzelle (aus Leipzig) aufgehübscht und ist nun seit 2011 der Hingucker in der Magdeburger Allee. Es gab einen quietschgrünen Anstrich, jede Menge Buchregale und sogar einen gemütlich wirkenden Holzfußboden. An ein Vordach, eine Sitzgelegenheit für Wartende und eine Leselampe wurde ebenfalls gedacht - ein halber Quadratmeter kam mir noch nie so gemütlich vor! Insgesamt beherbergt das Open Book derzeit mehr als 80 Schmöker, geöffnet hat die Büchertelefonzelle täglich von 10 bis 18Uhr, auch an einem Sonntag. Getragen wird das Projekt durch den Verein KiK (Kontakt in Krisen, Erfurt), aber auch Nachbarn und Ladenbesitzer in der Nähe beteiligen sich an den Öffnungs- und Schließzeiten. Und wie steht es mit Vandalismus? Nein, danke. Das Open Book wurde bisher noch keiner mutwilligen Beschmutzung oder Gewalteinwirkung ausgesetzt, jeder hegt und pflegt das froschgrüne Telefonhäusschen. 
Ich selbst habe einige Bücher aus meiner hiesigen Sammlung zwecks Umzug aussortiert und empfand einen Verkauf über reBuy, ebay und Facebook-Gruppen als zu kompliziert. Nun warten die aussortierten Thriller sicher und trocken auf einen neuen Besitzer. Ich habe mir übrigens keine neuen Bücher mitgenommen (auch wenn das ein oder andere Buch durchaus interessant für mich war), denn ich möchte ja nicht, dass mein SuB noch weiter wächst! 
Das Prinzip von offenen Bücherschränken ist bereits seit einigen Jahren im Umlauf. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich seit 2011 auch in Thüringen so einiges getan hat. In Erfurt selbst gibt es noch zwei weitere Bücherschränke: einmal auf der schönen ega und einmal beim Wiesel. In Thüringen gibt es seit 2013 in Mühlhausen solch einen Bücherschrank, sowie noch in Oberweid, Ruhla und Saalburg-Ebersdorf. Auf wikipedia (ja, wiki kann man was!) erhaltet ihr genauere Infos darüber, wo in eurer Nähe ein offener Buchschrank steht, der besucht werden will. Diese Listen gibt es auch für Österreich und Schweiz: 
Bücher stöbern in Buchläden, online, in Bibliotheken, auf Flohmärkten und nun auch in öffentlichen Buchschränken - ohne Frage finde ich, so als Buch-Junkie, die Idee um dieses Gemeinschaftsprojekt Open Book richtig toll und habe das Ausstortieren meiner Bücher als Anlass genommen, um euch über dieses Projekt zu berichten. 

Wenn ihr über ähnlich tolle Projekte berichten mögt, und vielleicht auch schon darüber berichtet habt, würde ich mich nicht nur sehr über eure Kommentare zum Thema, sondern auch über Links zu diesen Beiträgen freuen! 

Habt einen wunderbaren Sonntag, wir lesen uns am Dienstag wieder! 
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